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- Wer an Unternehmen der Chip- und Automatisierungsindustrie denkt, kommt nicht unmittelbar auf Okriftel. Der Hattersheimer Stadtteil im Main-Taunus-Kreis ist ein eher ruhiger Ort am Main, kein Hightech-Hotspot. Mit einer Ausnahme: Hinter Supermärkten, beinahe versteckt, steht ein weißes Gebäude mit rot gerahmten Fenstern. Darin arbeiten Softwareentwickler, Hardwareingenieure und Mitarbeiter einer eigenen Fertigung an einer Technologie, ohne die viele moderne Fabriken nicht funktionieren würden.
Das Unternehmen heißt Hilscher Gesellschaft für Systemautomation und ist einer der deutschen Hidden Champions, von denen immer wieder die Rede ist, ein mittelgroßer Anbieter in Familienhand. Hilscher entwickelt und produziert Komponenten für die industrielle Kommunikation – also für den Datenaustausch zwischen Maschinen, Antrieben, Steuerungen und Sensoren. Die Produkte sorgen dafür, dass die Geräte in einer Fabrik nicht nur Strom bekommen, sondern auch verstehen, was die jeweils anderen von ihnen wollen. Die Kunden sitzen rund um den Globus, die Fertigung ist in internationale Lieferketten integriert, die bis nach Taiwan und Japan reichen.
Gegründet wurde das Unternehmen Hilscher im Jahr 1986 von Hans-Jürgen Hilscher. Die ersten Arbeitsplätze lagen nicht in einem Gewerbegebiet, sondern im Familienhaus, nur wenige Straßen vom heutigen Stammsitz entfernt. Der ursprüngliche Plan des Gründers war ein eigenes Ingenieurbüro mit zehn bis 15 Mitarbeitern. Inzwischen hat das Unternehmen mehr als 400 Mitarbeiter, macht Software und Hardware und steht auf mehreren Beinen. Längst hat sein Sohn Sebastian Hilscher die Geschäftsführung übernommen. Mit ihm haben wir gesprochen in Okriftel – über das Unternehmen, den Weltmarkt für Spezialhardware, KI und die Weitergabe einer Firma von einer Generation an die nächste. - Erst der Milliarden-Vergleich zwischen dem Internetkonzern Meta und zahlreichen amerikanischen Bundesstaaten, dann die überwältigenden Geschäftszahlen des KI-Unternehmens Nvidia, und schließlich ein Aufsatz des Microsoft-Mitgründers Bill Gates über Künstliche Intelligenz: Wie in einem Brennglas hat diese Woche gezeigt, in welchem Spannungsfeld sich die Digitalisierung gegenwärtig befindet.
Da ist zunächst der spektakuläre und vermutlich auch historische Vergleich, den die Facebook-Muttergesellschaft geschlossen hat. Ihr warfen zahlreiche amerikanische Bundesstaaten vor, Kinder süchtig zu machen mit den Angeboten mit schädlichen Folgen. Schon kurz nach dem Prozess-Auftakt erklärt sich das von Mark Zuckerberg geführte Unternehmen bereit, Milliarden zu zahlen und wichtige Einstellungen der Angeboten zu ändern – der Zugriff von Kindern und Jugendlichen wird auf zwei Stunden am Tag beschränkt, nachts abgeschaltet. Was auf den ersten Blick eindrucksvoll aussieht, hinterlässt bei näherem Hinsehen durchaus Fragezeichen. Und was folgt daraus für Europa und andere Teile der Welt?
Der Nvidia-Konzern verdient wiederum weiterhin prächtig. Er meldete eine Umsatzverdopplung, einen Rekordgewinn und stellte weiter ein brummendes Geschäft in Aussicht. Die Anleger reagierten begeistert. Doch auch hier bleiben Fragen: Wie nachhaltig ist die zunehmend bedeutendere Rolle des Unternehmens als "Hausbank der KI", die wichtige Abnehmer mitfinanziert? Und wann führen die enorm hohen Margen dazu, dass der Wettbewerb zunimmt und andere Chip-Hersteller besser konkurrieren können?
Und schließlich legt Bill Gates einen umfassenden Aufsatz zu den Folgen der Künstlichen Intelligenz vor. Er warnt vor dramatischen Arbeitsplatzverlusten, noch schlimmeren Cyberangriffen und anderen kriminellen Folgen und auch davor, wie schädlich Chatbots für Kinder sein können. Seine Gedanken bilden so etwas wie eine Metaebene oder Klammer für die konkreten Fakten, die Meta und Nvidia präsentierten. Gates warnt: Wir sind zu schlecht vorbereitet auf das, was kommt.
Über all das sprechen wir in dieser Episode. - Dass Künstliche Intelligenz die Schlüsseltechnologie ist, die über Erfolg und Misserfolg der allermeisten Unternehmen entscheiden wird, ist längst bekannt. Große und kleine Firmen adressieren das Thema inzwischen allerorten, gründen KI-Teams oder ganze KI-Abteilungen, starten Pilotprojekte oder sind schon viel weiter. Doch wovon hängt eigentlich ab, ob das klappt? Und scheitert?
Nico Reichen ist Partner der Unternehmensberatung PWC in Deutschland und berät genau in diesen Fragen. KI ist eine Führungsaufgabe für alle und kein Nischenthema der IT-Abteilung, sagt er. Und macht auch deutlich, wo der Nachholbedarf am größten ist: Den normalen Angestellten gibt er im Schnitt die Note 3 in der KI, den KI-Anbietern hierzulande die Note 2 – den Führungskräften die Note 4. Denn die müss(t)en den richtigen Umgang erstens persönlich vorleben. Und zweitens eine überzeugende Strategie anbieten.
Für Reichen ist wichtig: Es geht nicht so sehr um eine KI-Strategie für ein Unternehmen, zunehmend macht KI wesentlich die gesamte Geschäftsstrategie aus. Er spricht über seine Erfahrung im Alltag der Kunden. Und verrät auch, wo KI in PWC drinsteckt inzwischen. - Wenn wir an Streiks und Gewerkschaften in der Metall- und Elektroindustrie denken, haben wir oft ein klassisches Bild vor Augen: das Fließband, die Werkshalle, den traditionellen Autobauer. Doch die Arbeitswelt wandelt sich – und mit ihr auch der Arbeitskampf.
Zu sehen war das unlängst im beschaulichen Roßdorf südlich von Darmstadt. Dort standen Menschen mit IG-Metall-Fahnen und roten Westen auf der Straße, die beispielsweise promovierte Chemiker sind, die Software entwickeln und Hochtechnologie-Lösungen für die globale Halbleiterindustrie entwickeln. Sie arbeiten für Zeiss SMT, eine Sparte des Optik-Konzerns, die vom gegenwärtigen KI-Boom profitiert.
Und trotzdem – oder gerade deshalb? – knirscht es dort gewaltig. Die Belegschaft fordert einen Tarifvertrag und die 35-Stunden-Woche. Wir erzählen, was dahintersteckt. Was passiert, wenn Start-up-Kultur auf Konzernstrukturen trifft und warum dieser lokale Konflikt symptomatisch für die aktuelle Debatte um Arbeitszeiten in Deutschland ist. - Wie schlagen sich Kryptoanlagen wie der Bitcoin gerade? Und gibt es europäische Unternehmen, die in diesem Geschäft aktiv sind? Bitpanda ist eine digitale Investmentplattform mit Sitz in Wien, gegründet im Jahr 2014. Nutzer können dort – abhängig von ihrem Wohnsitz und dem jeweiligen Produkt – verschiedene Anlageklassen handeln. Dazu zählen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum, aber auch Aktien und ETF.
Lukas Enzersdorfer-Konrad ist der gegenwärtige Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, das in den vergangenen Jahren deutlich größer geworden ist. Er spricht über die Entwicklung der Plattform, wer dort handelt (nicht nur Jüngere!) und wie seiner Ansicht nach Kryptoanlagen in ein normales Porfolio gehören.
Natürlich sagt er auch, wie es um einen möglichen Börsengang steht, wo er KI einsetzt. Und schließlich, welches Geschäft Bitpanda als technologischer Infrastrukturanbieter mit Finanzinstituten macht.
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