Fast kostenlos Pflanzen zu vermehren, davon träumen viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner. Das muss aber kein Traum bleiben, denn über Stecklinge geht das bei ganz vielen Pflanzen relativ einfach.
Und so geht es:
Suchen Sie sich von einer Ihrer Lieblingspflanzen (Aster, Chrysantheme, Flammenblume oder Phlox, Salbei, Hibiskus, Oleander, Himbeere, Geranie, usw.) einen frischen, noch nicht verholzten Trieb aus. Schneiden Sie mit einem sehr scharfen und sauberen Messer ein etwa 10 bis 15 Zentimeter langes Stück ab. Der Schnitt erfolgt ganz knapp unter der Stelle, an der ein Blatt oder ein Blattpaar aus dem Trieb kommt. An diesen Stellen können viele Pflanzen neue Wurzeln bilden.
Befindet sich an der Spitze des Stecklings eine Knospe oder eine Blüte, entfernen Sie die Knospe oder die Blüte. Schneiden Sie zusätzlich die unteren Blätter ab. Es sollten nur zwei bis drei Blätter oder Blattpaare am Steckling verbleiben. Kürzen Sie die verbleibenden Blätter um die Hälfte ein. Dadurch reduzieren Sie die Verdunstungsfläche. Das ist wichtig, weil die Stecklinge noch keine Wurzeln haben und deshalb noch kein Wasser nachliefern können. Die Stecklinge würden eventuell vertrocknen.
Befüllen Sie einen Topf mit Anzucht- oder Aussaaterde. Diese Erde ist nur schwach aufgedüngt und fördert die Wurzelbildung. Stecken Sie den Steckling so tief in den Topf, dass die ersten Blätter knapp über dem Substrat liegen. Die Blätter dürfen das Substrat nicht berühren, weil sich sonst zum Beispiel Schimmel bilden könnte.
Nun müssen Sie das Substrat noch gut wässern. Die Erde sollte über einige Wochen gleichmäßig feucht gehalten werden. Spannen Sie eine durchsichtige Plastiktüte über den Topf. So bauen Sie sich ein kleines Gewächshaus und halten die Luftfeuchtigkeit hoch. Es gibt aber auch kleine Gewächshäuser aus Kunststoff, die gut auf ein Fensterbrett passen.
Stellen Sie den Steckling auf eine helle Fensterbank, aber nicht in die pralle Sonne. Nach ein paar Wochen sollten sich Wurzeln gebildet haben. Sie erkennen das daran, dass der Steckling neue Blätter gebildet hat. Alternativ können Sie aber auch nach einige Wochen leicht am Steckling ziehen. Sollten Sie einen Widerstand beim Versuch, ihn rauszuziehen, spüren, ist auch das ein Beweis für frische Wurzeln.
Weitere Infos zum Thema:
Gartenpflanzen im Sommer mit Stecklingen vermehren
https://www.ndr.de/ratgeber/garten/Gartenpflanzen-im-Sommer-mit-Stecklingen-vermehren,stecklinge109.html
Kräuter durch Stecklinge vermehren
https://www.ndr.de/ratgeber/garten/nutzpflanzen/Kraeuter-durch-Stecklinge-vermehren,stecklinge156.html
Günstig gärtnern - grüne Oasen gestalten ohne viel Geld
https://www.ndr.de/ratgeber/garten/zierpflanzen/gaertnern-mit-wenig-geld-gruene-oasen-preiswert-gestalten,guenstiggaertnern-100.html
Unser Podcast-Tipp: "Kompost und Konfetti – der ARD Garten-Podcast"
https://www.ardsounds.de/sendung/kompost-und-konfetti-der-ard-garten-podcast/urn:ard:show:45bc4b9b47c95c31/