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- »Ich muss das Klavier in einem Bereich hören können, den die meisten gar
nicht wahrnehmen«, sagt Arvid Michel im Podcast »Frisch an die Arbeit«.
Nur so könne er die 88 Töne eines Klaviers so aufeinander abstimmen,
dass sie nicht nur für sich, sondern auch gemeinsam richtig klingen. Bei
der »Dreigroschenoper« erkenne er zum Beispiel ein bestimmtes Muster,
sagt Michel. Nach dem Stück seien die Töne immer auf eine spezielle Art
verstimmt.
Michel arbeitet als freiberuflicher Klavierstimmer an Theatern sowie für
Rundfunkorchester und Chöre. Anders als die Instrumente in
Privathaushalten werden die Konzertflügel teilweise mehrmals im Monat,
manchmal sogar mehrmals am Tag gestimmt. Bei Proben und Aufführungen
werden die Saiten stark beansprucht, außerdem werden die Instrumente
ständig zwischen Bühne, Orchestergraben und Proberäumen bewegt. »Dadurch
entsteht so viel Verstimmung im Instrument, die dann hörbar ist«, sagt
Michel.
Seine Liebe zum Klavier begann in der Kindheit bei seiner Großmutter.
»Ich habe das Instrument gesehen und war sofort verliebt«, sagt er. Erst
mit 16 Jahren nahm er Unterricht und wollte Pianist werden. Während des
Studiums spielte er als Barpianist und verdiente sich einen eigenen,
nicht mehr ganz neuen Flügel – einen, der ständig gestimmt werden
musste. Weil er sich das nicht leisten konnte, bat er einen befreundeten
Klavierbauer, ihm alles beizubringen. Später half er in der Werkstatt
des Klavierbauers mit und begann eine Ausbildung.
Einer der besonderen Momente seiner Karriere war für Michel ein Auftrag
des Berliner Ensemble: Das Theater wollte einen neuen Steinway-Flügel
anschaffen, der den Ansprüchen des Pianisten Igor Levit genügen sollte.
Michel durfte nach Hamburg fahren und aus fünf Instrumenten eines
auswählen. »Er hat gespielt, ich habe gelauscht«, sagt Michel.
Im Podcast erzählt er außerdem, warum Klimaanlagen Klaviere verstimmen
und weshalb ihn die Kritik einer Professorin dazu brachte, seine
Arbeitsweise grundlegend zu verändern.
»Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
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Weber im Podcast »Frisch an die Arbeit«.
»Als ich drei Jahre alt war, habe ich laut Legende
mein Ballettröckchen zerrissen, weil es so langweilig war.« Trotzdem
schickten sie ihre Eltern in die Berliner Tanzakademie an der Deutschen
Oper in Berlin. »Mit acht oder neun Jahren habe ich dann schon auf der
großen Bühne bei Nussknacker mitgetanzt«, sagt Weber – und das
begeisterte sie dann schon.
Als Teenager, so mit 16, 17 Jahren, habe sie gewusst, dass sie Tänzerin
werden wolle. »Ich liebe einfach die klassische Musik und den
athletischen Aspekt.« Für die professionelle Ausbildung ging sie unter
anderem an eine Ballettschule nach Lettland. Dort sei es deutlich
strenger zugegangen als in Deutschland. Der Druck, Leistung abzuliefern,
sei höher gewesen. »Aber am schwierigsten war für mich die
Sprachbarriere, weil man sich ja mit den anderen Schülern nicht
anfreunden kann.« Das harte Training habe sie allerdings kaum gestört,
»ich kann beim Training gut entspannen«, erzählt sie. Und ein gewisser
Druck sei für Spitzenleistungen auch durchaus nötig.
Inzwischen ist Sarah Weber Anfang vierzig, seit mehr als zwei
Jahrzehnten tanzt sie professionell als Gruppentänzerin in mehreren
Compagnien weltweit, unter anderem am Nationalballett in Kairo während
der Zeit des Arabischen Frühlings. Sie wohnte damals nicht weit vom
zentralen Tahrir-Platz entfernt, dort begannen 2011 die Aufstände gegen
das Regime. »Von meinem Balkon im fünften Stock habe ich Schüsse gehört,
ich wusste erst gar nicht, dass es welche waren. Die Ballettdirektorin
rief noch an, dass trotzdem alle zu den Proben kommen sollen, aber
niemand von uns ist mehr hingegangen.«
Danach habe sie sich in Deutschland ein neues Engagement suchen müssen.
»Da gibt es nicht so einen Transfermarkt wie beim Fußball. Wir müssen
allein trainieren und allein zum Vortanzen gehen und auf einen Job
hoffen«, sagt sie. Nur die allerwenigsten schaffen es bis an die Spitze
und werden Solistinnen oder Solisten, »da ist allerdings fast niemand
aus Deutschland dabei«.
Alle Tänzerinnen und Tänzer wüssten außerdem von Anfang an, dass man den
Job nicht bis zur regulären Rente machen könne, der Körper wird vom
Tanzen einfach zu hart beansprucht. »Auch deshalb bin ich immer
mehrgleisig gefahren«, sagt Weber. Neben ihrem Job als Tänzerin
studierte sie Kulturmanagement sowie Deutsch als Fremdsprache und machte
eine Ausbildung zur Tanzpädagogin. Heute leitet sie eine Ballettschule
für etwa 100 Kinder und Jugendliche im Berliner Südosten und gibt dort
auch Kurse.
Im Podcast erzählt Sarah Weber, ob sie eine strenge Lehrerin ist und wie
sich die Anspruchshaltung der Ballettschülerinnen und -schüler verändert
hat. Und ob der klassische Tanz mal eine radikale Modernisierung
bräuchte.
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14/07/2026 | 37 mins.»Für einen Campingplatz braucht man eine riesengroße Portion Herz«, sagt
Nadine Siemer im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Jeder Gast bringe seine
eigene Geschichte mit. Die 48-Jährige betreibt gemeinsam mit ihrem
Bruder den Campingplatz Knatter Camping in Bantikow in der Prignitz. Er
liegt rund eine Autostunde nordwestlich von Berlin am Untersee der
Kyritzer Seenkette.
Auf 180 Stellplätzen verbringen in der Hauptsaison bis zu 700 Gäste
gleichzeitig ihren Urlaub. Den Platz übernahmen Siemers Eltern nach der
Wende von der Gemeinde und bauten ihn von einem einfachen Zeltplatz mit
Trockentoiletten und kaltem Wasser zu einem modernen Ferienlager aus.
Zelten war für Nadine Siemer übrigens selbst nie eine Option. »Camping
ist keine Urlaubsform, für die ich mich persönlich begeistern kann«,
sagt sie. Nach einem Studium im Bereich Medien und Kommunikation
arbeitete sie im Umweltmanagement, in der Pressearbeit, in einer
Unternehmensberatung und im öffentlichen Dienst.
Trotzdem entschied sie sich während der Coronapandemie, den elterlichen
Betrieb zu übernehmen. »Es war überhaupt keine finanzielle Entscheidung,
sondern eine aus dem Bauch heraus«, sagt sie. Nachdem sie über Jahre als
Angestellte gearbeitet hatte, wollte sie nun selbstständig sein.
Heute kümmert sich Siemers um Buchungen, Personalplanung und
Investitionen in den Campingplatz. Viele Abläufe hat sie in den
vergangenen Jahren digitalisiert. Sie betrachtet den Campingplatz wie
ein Unternehmen, das man ständig weiterentwickeln muss.
Schwierig wird es, wenn es im Sommer länger regnet: »Schlechtes Wetter
ist vor allem dann kaum auszuhalten, wenn die Urlauber schon da sind und
zu mir sagen: ›Eigentlich wollten wir am Wasser stehen. Jetzt stehen wir
im Wasser.‹«
Im Podcast erzählt Nadine Siemer außerdem, warum sie auch nach
Feierabend oft an den Campingplatz denkt und wie man 700 Gästen am Tag
einen schönen Urlaub ermöglicht.
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sagt Horst Mager im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Als ausgebildeter
Landschaftsgärtner und Biologe kümmert er sich seit Jahrzehnten um
Pflanzen. Schon in seiner Kindheit pflegte er mit seiner spanischen
Mutter und seinem deutschen Vater im Garten der Familie die Blumen und
das Gemüse. Mittlerweile gärtnert er vor allem in seinem Berliner
Schrebergarten. Dort wird auch die Fernsehsendung »Gartenzeit« gedreht,
die Mager für den Rbb moderiert.
Mager, 62, machte nach seinem Biologiestudium ein Volontariat bei einem
Fernsehsender. Mit 58 Jahren eröffnete er unter »Horst sein
Schrebergarten« Accounts bei Instagram und YouTube. Für einen schönen
Garten oder Balkon sei es entscheidend, die passende Pflanze für den
Standort auszuwählen. »Wie lange scheint dort die Sonne? Will ich das
oft gießen? Kommt da sowieso Regen hin? Das sind wichtige Punkte«, sagt
Mager. Für jeden Platz gebe es ein Gewächs. »Auf einem Balkon ist es
wichtig, nicht fünf kleine Blumentöpfe zu haben, die dauernd
austrocknen, sondern einen großen.«
Wie ein Garten aussehen soll, habe sich in den vergangenen Jahren sehr
geändert, sagt Mager. Während früher ein gepflegter Rasen, ein Rosenbeet
und ein Rhododendron gewünscht war, sei heute vieles entspannter. »Es
gibt viele Menschen, die jetzt anders gärtnern und die Natur
einbeziehen«, sagt Mager. Besonders traurig sei es, wenn Hausbesitzer
ihren Garten zubetonieren oder die Pflanzen zum falschen Zeitpunkt
zurückschneiden. »Man sieht am Garten, wie die Menschen funktionieren.«
Mindestens zwei Tage in der Woche verbringt Mager in seinem
Schrebergarten, einsam fühlt er sich dabei nie. »Ich rede ganz viel mit
meinen Pflanzen, es sind sehr entspannte Unterhaltungen. Ich glaube, sie
sprechen auch mit mir.«
Im Podcast erzählt Mager von seinem langen Berufsweg, den hässlichsten
Vorgärten und warum es ihm Schmerzen bereitet, wenn er
schlecht gepflegte Bäume und Blumen sieht.
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16/06/2026 | 47 mins.»Eine gute Trauerfeier pendelt zwischen Lachen und Weinen«, sagt Danny
Klein im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Seit 2018 arbeitet die
56-Jährige als freie Trauerrednerin in Berlin und begleitet Menschen
dabei, Abschied von Freunden oder Familienangehörigen zu nehmen. »Eine
Trauerrede zu beauftragen, ist ja auch ein riesiger Vertrauensakt«, sagt
sie.
Klein wurde in Hannover geboren, wuchs in England auf und studierte
Theologie und Portugiesisch. Später arbeitete sie unter anderem als
Fotografin, in der Kulturvermittlung und als Bestatterin. Heute ist sie
neben ihrer Arbeit als Trauerrednerin auch Rettungssanitäterin im
Krankenhaus. Die unterschiedlichen Stationen verbindet ein gemeinsames
Interesse, wie Klein erzählt: »Ich suche intensive Begegnungen.«
Wenn sie von einer Familie beauftragt wird, besucht sie diese meist zu
Hause oder an einem Ort, der für den verstorbenen Menschen wichtig war.
Fotos, Erinnerungsstücke und vertraute Räume helfen ihr dabei, mit den
Angehörigen ins Gespräch zu kommen. »Ich möchte Geschichten hören, die
ihnen wichtig sind«, sagt sie. Aus vielen einzelnen Erinnerungen
entsteht Schritt für Schritt ein Bild über den Verstorbenen, das später
die Grundlage ihrer Rede bildet.
Dabei geht es ihr ausdrücklich nicht darum, einen Menschen zu
idealisieren. »Man kann sich nicht von einem falschen Bild
verabschieden«, sagt Klein. Auch Konflikte, schwierige Erfahrungen oder
Widersprüche dürfe man erwähnen, solange man sie nicht bewerte. Für
Klein ist die Trauerrede deshalb »ein Moment der Wahrheit«, in dem ein
Mensch noch einmal in seiner ganzen Vielschichtigkeit spürbar wird.
»Für mich ist das Schreiben einer solchen Rede ein künstlerischer
Prozess«, sagt sie. Dafür führt Klein mehrere Gespräche, macht
handschriftliche Notizen und arbeitet oft bis kurz vor der Trauerfeier
an ihren Formulierungen. Mehr als eine Rede pro Monat übernimmt sie
bewusst nicht.
Die fertige Rede versteht sie nicht als bloßen Text. Rhythmus, Pausen
und Blickkontakt seien genauso wichtig wie die Worte selbst. »Bevor ich
eine Trauerrede halte, lese ich sie meiner Partnerin und meiner Mutter
vor, um sicherzugehen, dass alle Zuhörenden gut durch den Text geführt
werden.«
Im Podcast erzählt Danny Klein außerdem, weshalb sie glaubt, dass gerade
die Erinnerungen an Großzügigkeit, Offenheit und gemeinsam erlebte
Momente das sind, was von einem Menschen bleibt. Und warum sie ihre
Trauerreden nie mit dem Satz »Liebe Trauergemeinde« beginnt.
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