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Warum haben Sie Ihre Karriere für den Campingplatz Ihrer Eltern aufgegeben, Nadine Siemer?
14/07/2026 | 37 mins.»Für einen Campingplatz braucht man eine riesengroße Portion Herz«, sagt
Nadine Siemer im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Jeder Gast bringe seine
eigene Geschichte mit. Die 48-Jährige betreibt gemeinsam mit ihrem
Bruder den Campingplatz Knatter Camping in Bantikow in der Prignitz. Er
liegt rund eine Autostunde nordwestlich von Berlin am Untersee der
Kyritzer Seenkette.
Auf 180 Stellplätzen verbringen in der Hauptsaison bis zu 700 Gäste
gleichzeitig ihren Urlaub. Den Platz übernahmen Siemers Eltern nach der
Wende von der Gemeinde und bauten ihn von einem einfachen Zeltplatz mit
Trockentoiletten und kaltem Wasser zu einem modernen Ferienlager aus.
Zelten war für Nadine Siemer übrigens selbst nie eine Option. »Camping
ist keine Urlaubsform, für die ich mich persönlich begeistern kann«,
sagt sie. Nach einem Studium im Bereich Medien und Kommunikation
arbeitete sie im Umweltmanagement, in der Pressearbeit, in einer
Unternehmensberatung und im öffentlichen Dienst.
Trotzdem entschied sie sich während der Coronapandemie, den elterlichen
Betrieb zu übernehmen. »Es war überhaupt keine finanzielle Entscheidung,
sondern eine aus dem Bauch heraus«, sagt sie. Nachdem sie über Jahre als
Angestellte gearbeitet hatte, wollte sie nun selbstständig sein.
Heute kümmert sich Siemers um Buchungen, Personalplanung und
Investitionen in den Campingplatz. Viele Abläufe hat sie in den
vergangenen Jahren digitalisiert. Sie betrachtet den Campingplatz wie
ein Unternehmen, das man ständig weiterentwickeln muss.
Schwierig wird es, wenn es im Sommer länger regnet: »Schlechtes Wetter
ist vor allem dann kaum auszuhalten, wenn die Urlauber schon da sind und
zu mir sagen: ›Eigentlich wollten wir am Wasser stehen. Jetzt stehen wir
im Wasser.‹«
Im Podcast erzählt Nadine Siemer außerdem, warum sie auch nach
Feierabend oft an den Campingplatz denkt und wie man 700 Gästen am Tag
einen schönen Urlaub ermöglicht.
»Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.
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testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.- »Meinen Garten betrachte ich als Freund, das ist ein Geben und Nehmen«,
sagt Horst Mager im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Als ausgebildeter
Landschaftsgärtner und Biologe kümmert er sich seit Jahrzehnten um
Pflanzen. Schon in seiner Kindheit pflegte er mit seiner spanischen
Mutter und seinem deutschen Vater im Garten der Familie die Blumen und
das Gemüse. Mittlerweile gärtnert er vor allem in seinem Berliner
Schrebergarten. Dort wird auch die Fernsehsendung »Gartenzeit« gedreht,
die Mager für den Rbb moderiert.
Mager, 62, machte nach seinem Biologiestudium ein Volontariat bei einem
Fernsehsender. Mit 58 Jahren eröffnete er unter »Horst sein
Schrebergarten« Accounts bei Instagram und YouTube. Für einen schönen
Garten oder Balkon sei es entscheidend, die passende Pflanze für den
Standort auszuwählen. »Wie lange scheint dort die Sonne? Will ich das
oft gießen? Kommt da sowieso Regen hin? Das sind wichtige Punkte«, sagt
Mager. Für jeden Platz gebe es ein Gewächs. »Auf einem Balkon ist es
wichtig, nicht fünf kleine Blumentöpfe zu haben, die dauernd
austrocknen, sondern einen großen.«
Wie ein Garten aussehen soll, habe sich in den vergangenen Jahren sehr
geändert, sagt Mager. Während früher ein gepflegter Rasen, ein Rosenbeet
und ein Rhododendron gewünscht war, sei heute vieles entspannter. »Es
gibt viele Menschen, die jetzt anders gärtnern und die Natur
einbeziehen«, sagt Mager. Besonders traurig sei es, wenn Hausbesitzer
ihren Garten zubetonieren oder die Pflanzen zum falschen Zeitpunkt
zurückschneiden. »Man sieht am Garten, wie die Menschen funktionieren.«
Mindestens zwei Tage in der Woche verbringt Mager in seinem
Schrebergarten, einsam fühlt er sich dabei nie. »Ich rede ganz viel mit
meinen Pflanzen, es sind sehr entspannte Unterhaltungen. Ich glaube, sie
sprechen auch mit mir.«
Im Podcast erzählt Mager von seinem langen Berufsweg, den hässlichsten
Vorgärten und warum es ihm Schmerzen bereitet, wenn er
schlecht gepflegte Bäume und Blumen sieht.
»Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
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16/06/2026 | 47 mins.»Eine gute Trauerfeier pendelt zwischen Lachen und Weinen«, sagt Danny
Klein im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Seit 2018 arbeitet die
56-Jährige als freie Trauerrednerin in Berlin und begleitet Menschen
dabei, Abschied von Freunden oder Familienangehörigen zu nehmen. »Eine
Trauerrede zu beauftragen, ist ja auch ein riesiger Vertrauensakt«, sagt
sie.
Klein wurde in Hannover geboren, wuchs in England auf und studierte
Theologie und Portugiesisch. Später arbeitete sie unter anderem als
Fotografin, in der Kulturvermittlung und als Bestatterin. Heute ist sie
neben ihrer Arbeit als Trauerrednerin auch Rettungssanitäterin im
Krankenhaus. Die unterschiedlichen Stationen verbindet ein gemeinsames
Interesse, wie Klein erzählt: »Ich suche intensive Begegnungen.«
Wenn sie von einer Familie beauftragt wird, besucht sie diese meist zu
Hause oder an einem Ort, der für den verstorbenen Menschen wichtig war.
Fotos, Erinnerungsstücke und vertraute Räume helfen ihr dabei, mit den
Angehörigen ins Gespräch zu kommen. »Ich möchte Geschichten hören, die
ihnen wichtig sind«, sagt sie. Aus vielen einzelnen Erinnerungen
entsteht Schritt für Schritt ein Bild über den Verstorbenen, das später
die Grundlage ihrer Rede bildet.
Dabei geht es ihr ausdrücklich nicht darum, einen Menschen zu
idealisieren. »Man kann sich nicht von einem falschen Bild
verabschieden«, sagt Klein. Auch Konflikte, schwierige Erfahrungen oder
Widersprüche dürfe man erwähnen, solange man sie nicht bewerte. Für
Klein ist die Trauerrede deshalb »ein Moment der Wahrheit«, in dem ein
Mensch noch einmal in seiner ganzen Vielschichtigkeit spürbar wird.
»Für mich ist das Schreiben einer solchen Rede ein künstlerischer
Prozess«, sagt sie. Dafür führt Klein mehrere Gespräche, macht
handschriftliche Notizen und arbeitet oft bis kurz vor der Trauerfeier
an ihren Formulierungen. Mehr als eine Rede pro Monat übernimmt sie
bewusst nicht.
Die fertige Rede versteht sie nicht als bloßen Text. Rhythmus, Pausen
und Blickkontakt seien genauso wichtig wie die Worte selbst. »Bevor ich
eine Trauerrede halte, lese ich sie meiner Partnerin und meiner Mutter
vor, um sicherzugehen, dass alle Zuhörenden gut durch den Text geführt
werden.«
Im Podcast erzählt Danny Klein außerdem, weshalb sie glaubt, dass gerade
die Erinnerungen an Großzügigkeit, Offenheit und gemeinsam erlebte
Momente das sind, was von einem Menschen bleibt. Und warum sie ihre
Trauerreden nie mit dem Satz »Liebe Trauergemeinde« beginnt.
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darin, wie wir Vermögen verteilen«, sagt Sebastian Klein im Podcast
»Frisch an die Arbeit«. Der 44-jährige Unternehmer hat 2012 zusammen mit
Freunden die App Blinkist gegründet, die Sachbücher in kurzen Texten
zusammenfasst. »Mein größter Wunsch war damals, möglichst schnell
möglichst viel Geld zu verdienen.«
Mit dem Verkauf der App wurde Klein im Jahr 2023 zum Multimillionär. Der
plötzliche Reichtum habe ihn verändert, sagt er. »Ich wollte immer mehr.
Plötzlich hatte ich das Gefühl, ich entferne mich dadurch von Menschen
und einfachen Freuden, die eigentlich viel wichtiger sind im Leben.«
Klein gründete die Investmentfirma Karma Capital und gab 90 Prozent
seines Vermögens an kleine, gemeinwohlorientierte Initiativen, die nicht
profitorientiert sind.
Für Antje von Dewitz ist Profit hingegen »überlebenswichtig«, wie sie im
Podcast sagt. »Ich bin auf Profit angewiesen, er erlaubt mir, nachhaltig
zu wirtschaften und nicht auf Ausbeutung zu setzen, wie andere
Unternehmen.« Sie hat das Familienunternehmen Vaude im Jahr 2009 von
ihrem Vater übernommen – eine Firma, die Outdoor- und Bergsportartikel
verkauft. Von Dewitz richtete die Firma auf Nachhaltigkeit aus, nach
eigenen Angaben achtet sie auf faire Arbeitsbedingungen und transparente
Lieferketten.
Im Podcast spricht die 53-Jährige darüber, wie schwierig es am Anfang
war, ihre Ideen zur Nachhaltigkeit im Unternehmen durchzusetzen. Auch
berichtet sie über ihre Erfahrungen als Frau in einer Führungsposition.
Am Anfang sei die Belegschaft skeptisch gewesen, erzählt sie. Da seien
Fragen gekommen wie: Weiß dein Vater, was du da machst? Doch die soziale
Verantwortung des Unternehmens sei ihr immer wichtig gewesen. Für ihr
Engagement bekam sie zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem 2024 das
Bundesverdienstkreuz am Bande.
Die aktuelle Podcastfolge von »Frisch an die Arbeit« wurde live bei der
Führungskräftemesse Future Leader Summit im Congress Center Hamburg
(CCH) aufgezeichnet. Rund eine Stunde sprach Host Elise Landschek auf
dem Podium mit ihren Gästen Antje von Dewitz und Sebastian Klein zum
Thema »Führen mit Verantwortung: Perspektiven auf Macht, Geld und
Gesellschaft«. Dieser Podcast ist die gekürzte Fassung der
Veranstaltung.
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alle Anstrengungen wert«, sagt Anna Kuisle im Podcast »Frisch an die
Arbeit«. Die 33-Jährige arbeitet seit fünf Jahren jeden Sommer als
Wirtin der Hildesheimer Hütte in den Stubaier Alpen und versorgt dort
mit ihrem Team bis zu 70 Gäste.
Die Hildesheimer Hütte liegt auf 2.899 Metern Höhe in Tirol und befindet
sich zwischen dem Ötztal mit dem Wintersportort Sölden und dem
Stubaital. Die hochalpine Lage in der Nähe mehrerer Gletscher macht die
Hütte zu einem beliebten Ausgangspunkt für Wanderungen.
Bevor die Saison beginnt, erzählt Kuisle, muss sie das Team rekrutieren,
zusammenstellen und Dienstpläne schreiben, Lebensmittelbestellungen
planen und Helikopterflüge organisieren. »Über die Saison müssen
ungefähr zehn Tonnen an Lebensmitteln bewegt werden. Mit dem Helikopter
kann man pro Flug rund 700 Kilo hochbringen«, erzählt sie.
Kuisle ist eigentlich studierte Bauingenieurin und arbeitet im Winter
auch als Verkehrsplanerin im österreichischen Innsbruck. Nach einigen
Jahren im Büro aber fragte sie sich: »War es das jetzt, oder gibt es
vielleicht noch was anderes?« Sie entschied sich, noch einmal auf einer
Berghütte zu arbeiten, und blieb. »Ich habe es noch nie bereut«, sagt
sie.
Zu Kuisles Arbeitsalltag gehören neben der Gastronomie auch
Stromausfälle, kaputte Materialseilbahnen und viele Fragen der Gäste zu
Wetter, Gletschern und zur Tourenplanung. Gerade auch als junge deutsche
Frau habe sie sich ihren Platz unter den Einheimischen und in den Alpen
erarbeiten müssen. »Da wird man schon erst mal schief angeschaut«,
erzählt sie.
Gerade im hochalpinen Gelände beobachtet sie Veränderungen. »Es wird
schon anspruchsvoller und gefährlicher«, sagt sie mit Blick auf
schmelzende Gletscher und den auftauenden Permafrost. Gleichzeitig
erlebt sie einen Wandel bei den Gästen. »Ich glaube, die Menschen werden
jünger, weiblicher und essen häufiger vegetarisch oder vegan«, sagt
Kuisle. Auch der Alkoholkonsum nehme ab.
Die Arbeit auf der Hütte, sagt Kuisle, sei für sie anstrengend, aber
auch erfüllend. »Die drei Monate auf der Hütte sind einfach fast
ausschließlich Arbeit«, erzählt sie. »Aber ich merke dort so richtig,
dass das einfach mein Platz ist.«
Im Podcast erzählt Anna Kuisle außerdem, warum die Stimmung auf der
Hütte besser wird, wenn der Handyempfang weg ist, was sie tut, wenn sie
selbst einmal einen »Hüttenkoller« bekommt und warum sie auch im Winter
regelmäßig zu ihrer Hütte wandert.
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Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit.
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