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- »Manchmal ist es einfach Magie. Du kommst in die Manege und vergisst,
dass du müde bist«, sagt Clown Semen Shuster im Podcast »Frisch an die
Arbeit«. »Du gibst Energie und du bekommst sie vom Publikum zurück.«
Shuster wurde 1972 in Ismail im Oblast Odessa im Süden der heutigen
Ukraine geboren. Er studierte an der Artistenschule in Kyjiw und machte
dort 1992 seinen Abschluss. Im Jahr 2000 zog er mit seiner Familie nach
Deutschland, arbeitete zunächst in Leipzig und später sieben Jahre am
Pariser Lido.
2005 gewann er beim Festival Mondial du Cirque de Demain eine
Bronzemedaille, 2009 beim Internationalen Zirkusfestival von Monte-Carlo
einen Bronzenen Clown. Heute tritt er in Varietés, beim
Weltweihnachtszirkus in Stuttgart und im Circus Roncalli auf.
Dass seine Figur, Housch-ma-Housch, fast ohne verständliche Wörter
auskommt, war kein Karriereplan. In der Zirkusschule lernte Shuster
zunächst Jonglage, Handstand und Akrobatik. Seine Figur und die
Fantasiesprache entwickelte er, als er in den Neunzigerjahren auftrat.
»Es war nicht so, dass ich dachte: Ich bin so clever, erfinde eine
Cartoon-Sprache und dann gehe ich nach Monte-Carlo«, sagt Shuster.
Die Zeiten für Clowns, sagt Shuster, seien komplexer geworden. Menschen
seien durch soziale Medien gewohnt, nach wenigen Sekunden
weiterzuwischen, wenn sie etwas nicht sofort begeistere. Auch im Zirkus
beobachte er gelegentlich, wie jemand zum Telefon greift. »Heute ist es
schwieriger geworden, die Leute zum Lachen zu bringen«, sagt Shuster.
Gerade deshalb sieht er die Aufgabe des Zirkus darin, eine Gegenwelt zu
schaffen. Kinder und Eltern mit einer Szene gleichzeitig zum Lachen zu
bringen, sei für ihn ein »Bingo«.
Bis ein solcher Moment funktioniert, kann jahrelange Arbeit nötig sein.
Shuster schreibt Ideen auf, lässt Requisiten bauen und Animationen
erstellen. Neue Nummern filmt er, um sie auszuwerten. Vor allem probiert
er sie vor Publikum aus. »Du brauchst manchmal Jahre – und niemand
lacht«, sagt Shuster.
Im Podcast erzählt Shuster außerdem, warum er das deutsche
Zirkuspublikum für eines der besten hält und warum die Rolle als Clown
herausfordernder sein kann als die eines Schauspielers.
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kennen« sagt Wolfgang Pauritsch im Podcast Frisch an die Arbeit. Er
lerne immer noch jeden Tag dazu.
Seit mehr als 30 Jahren ist Pauritsch Auktionator und Händler für Kunst
und Antikes. »Ich musste mir meinen Erfolg hart erkämpfen«, sagt er. Der
54-Jährige wurde in Österreich geboren und wuchs bei den Großeltern in
einfachen Verhältnissen auf. Nach der Schule schloss er eine Lehre zum
Rohrschlosser ab.
Der Wendepunkt kam, als er auf einer Auktion in München jobbte und für
eine erkrankte Auktionatorin einspringen musste. »Danach hat mir der
Chef einen Vertrag angeboten«, sagt Pauritsch. Er brachte sich die
Grundlagen selbst bei, besuchte Museen und Sammler und
absolvierte verschiedene Weiterbildungen. »Ich habe das Wissen
aufgesaugt wie ein Schwamm.«
Heute leitet Pauritsch zusammen mit einer Geschäftspartnerin einen Laden
für Auktionen und Antikhandel in Oberstaufen. Zusätzlich ist er
Fernsehhändler in der ZDF-Trödel-Sendung »Bares für Rares«, wo er im
Jahr 50 Drehtage hat. »Die Arbeit dort ist für mich wie Urlaub und macht
viel Spaß. Jeden Tag im Laden zu stehen, ist viel anstrengender«, sagt
Pauritsch.
Pauritsch handelt hauptsächlich mit Kunstwerken und Juwelen, die seien
eine stabile Geldanlage für gut betuchte Kunden, erzählt er. Der
Mittelschicht säße in Krisenzeiten das Geld hingegen nicht mehr so
locker. »Zwischen 50 und 500 Euro verkaufen wir inzwischen kaum noch
Ware«.
Einen herben Rückschlag erlebte der Händler Mitte der Neunzigerjahre,
als in seinen Laden eingebrochen wurde. »Der Schaden betrug mehr als
150.000 Euro und die Leute, deren Besitz ich verkaufen sollte, standen
plötzlich alle auf der Matte«. Doch Pauritsch konnte seine Schulden am
Ende abbezahlen.
Im Podcast Frisch an die Arbeit erzählt Pauritsch, für wieviel Geld er
sein teuerstes Stück versteigert hat, ob er sich schonmal kräftig im
Preis geirrt hat und ob er privat immer noch auf Flohmärkte geht.
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jetzt bin ich derjenige, der ihn wieder ans Licht fördert«, sagt Uwe
Kersten, Maschinenführer und Kieswerkmitarbeiter, im Podcast »Frisch an
die Arbeit«.
Kersten, 62 Jahre alt, ist seit 38 Jahren am Rande des Harzes in der
Kiesgewinnung tätig. Ursprünglich ließ er sich bei der Deutschen Bahn in
Göttingen zum Energieanlagenelektroniker ausbilden. Als die Bahn Mitte
der Achtzigerjahre Personal abbaute, wechselte er in das Kieswerk, in
dem bereits sein Vater beschäftigt gewesen war. »Ich bin dann hier ganz
klassisch, wie man sagt, kleben geblieben.«
Meistens ist Kersten allein in einer Außenstelle des Kieswerks, bedient
Radlader und Bagger, überwacht, wie der Kies mit Maschinen aufbereitet
wird, und belädt die Fahrzeuge der Kunden. Welche Aufgaben an einem Tag
anstehen, entscheidet er weitgehend selbst. »Für meinen Vorgesetzten ist
eigentlich nur wichtig, dass der Laden läuft«, sagt Kersten.
Die Kiesvorkommen, mit denen Kersten arbeitet, stammen überwiegend aus
dem Harz. Verwittertes Gestein wurde während der letzten Eiszeit durch
Flüsse und Schmelzwasser ins Harzvorland getragen und dort abgelagert.
Das Material reiche von feinem Sand bis zu Steinen von der Größe eines
Basketballs, erzählt Kersten. Im Kieswerk wird es gewaschen, gesiebt und
teilweise gebrochen. So entstehen rund 25 verschiedene Produkte für den
Straßen-, Garten- und Hausbau.
Manche Kunden, sagt Kersten, holten lediglich eine Schubkarre Kies ab,
andere bestellen 20.000 Tonnen. Selbst nach all den Jahren dort könne
ihn seine Kiesgrube überraschen, erzählt Kersten. Kersten hat in den
Lagerstätten bereits Hohlräume entdeckt, deren Entstehung er sich nicht
erklären konnte.
Auch fasziniert Kersten die Natur in so einer Kiesgrube. Sobald der
Abbau in einem Abschnitt beendet sei, kehrten Pflanzen und Tiere zügig
zurück. „Die Natur kommt hinter uns her“, sagt Kersten. Es entstünden
schnell Teiche und Feuchtgebiete – und der Naturschutzbund beobachte
dort regelmäßig Schmetterlinge, Vögel und Amphibien.
Heute hilft ihm seine Erfahrung vor allem dann, wenn eine Maschine
ausfällt. »Auch mit fast 62 Jahren lasse ich mich nicht so leicht
unterkriegen. Alles, was sich irgendwie allein lösen lässt, mache ich
selbst«, sagt er. Er ist sich sicher: »Ich habe hier schon 2.000
Probleme gelöst. Warum soll ich das 2.001. nicht auch lösen?«
Im Podcast erzählt Kersten außerdem, wie sich Baumaschinen in den
vergangenen Jahrzehnten verändert haben, warum Kies trotz
Baustoffrecycling knapp werden könnte und weshalb ein Stein mit einem
Loch als Talisman am Rückspiegel seines Hauses hängt.
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mit Deutschland spricht Menschen mit gegensätzlichen Meinungen zusammen
– in diesem Jahr am 30. August.
Grundlage der Gespräche sind acht Fragen zu kontroversen Themen. Eine
davon lautet: Arbeiten die Deutschen zu wenig? Aus diesem Anlass
diskutieren Kolja Rudzio aus dem Wirtschaftsressort der ZEIT und Hannah
Scherkamp aus dem Arbeitsressort in einer Sonderfolge von Frisch an die
Arbeit.
Die Frage, ob die Deutschen zu wenig leisten, beschäftigt derzeit viele
in Deutschland: Politiker, Unternehmenschefs und natürlich auch
Arbeitnehmer. Tatsächlich ist sie schwierig zu beantworten. Das zeigt
auch die Diskussion in diesem Podcast.
Einerseits wurden in Deutschland zuletzt insgesamt mehr Arbeitsstunden
geleistet als vor zehn Jahren. Andererseits werden in den kommenden
Jahren Millionen Arbeitskräfte in Rente gehen.
»An dem Problem gemessen, arbeiten wir wahrscheinlich zu wenig und
müssen uns Gedanken machen: Wie können wir noch mehr Leute in Arbeit
bekommen?«, sagt Kolja Rudzio im Podcast. Sonst werde es sehr schwierig,
weiterhin das zu finanzieren, was wir uns heute alles leisten – für den
Staat und das Sozialsystem.
Im Laufe dieser Sonderfolge diskutieren Hannah Scherkamp und Kolja
Rudzio nicht nur über die Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden,
sondern auch über Teilzeitquoten, den Ruf der Generation Z, die
Erwerbsarbeit von Frauen und die Produktivität in Deutschland.
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nicht wahrnehmen«, sagt Arvid Michel im Podcast »Frisch an die Arbeit«.
Nur so könne er die 88 Töne eines Klaviers so aufeinander abstimmen,
dass sie nicht nur für sich, sondern auch gemeinsam richtig klingen. Bei
der »Dreigroschenoper« erkenne er zum Beispiel ein bestimmtes Muster,
sagt Michel. Nach dem Stück seien die Töne immer auf eine spezielle Art
verstimmt.
Michel arbeitet als freiberuflicher Klavierstimmer an Theatern sowie für
Rundfunkorchester und Chöre. Anders als die Instrumente in
Privathaushalten werden die Konzertflügel teilweise mehrmals im Monat,
manchmal sogar mehrmals am Tag gestimmt. Bei Proben und Aufführungen
werden die Saiten stark beansprucht, außerdem werden die Instrumente
ständig zwischen Bühne, Orchestergraben und Proberäumen bewegt. »Dadurch
entsteht so viel Verstimmung im Instrument, die dann hörbar ist«, sagt
Michel.
Seine Liebe zum Klavier begann in der Kindheit bei seiner Großmutter.
»Ich habe das Instrument gesehen und war sofort verliebt«, sagt er. Erst
mit 16 Jahren nahm er Unterricht und wollte Pianist werden. Während des
Studiums spielte er als Barpianist und verdiente sich einen eigenen,
nicht mehr ganz neuen Flügel – einen, der ständig gestimmt werden
musste. Weil er sich das nicht leisten konnte, bat er einen befreundeten
Klavierbauer, ihm alles beizubringen. Später half er in der Werkstatt
des Klavierbauers mit und begann eine Ausbildung.
Einer der besonderen Momente seiner Karriere war für Michel ein Auftrag
des Berliner Ensemble: Das Theater wollte einen neuen Steinway-Flügel
anschaffen, der den Ansprüchen des Pianisten Igor Levit genügen sollte.
Michel durfte nach Hamburg fahren und aus fünf Instrumenten eines
auswählen. »Er hat gespielt, ich habe gelauscht«, sagt Michel.
Im Podcast erzählt er außerdem, warum Klimaanlagen Klaviere verstimmen
und weshalb ihn die Kritik einer Professorin dazu brachte, seine
Arbeitsweise grundlegend zu verändern.
»Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.
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Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit.
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