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Frisch an die Arbeit

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Frisch an die Arbeit
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  • Frisch an die Arbeit

    Was fasziniert Sie an der Arbeit mit Kies, Uwe Kersten?

    11/09/2026 | 35 mins.
    »Seit 100.000 Jahren ist auf diesen Kies kein Lichtstrahl gefallen – und
    jetzt bin ich derjenige, der ihn wieder ans Licht fördert«, sagt Uwe
    Kersten, Maschinenführer und Kieswerkmitarbeiter, im Podcast »Frisch an
    die Arbeit«.

    Kersten, 62 Jahre alt, ist seit 38 Jahren am Rande des Harzes in der
    Kiesgewinnung tätig. Ursprünglich ließ er sich bei der Deutschen Bahn in
    Göttingen zum Energieanlagenelektroniker ausbilden. Als die Bahn Mitte
    der Achtzigerjahre Personal abbaute, wechselte er in das Kieswerk, in
    dem bereits sein Vater beschäftigt gewesen war. »Ich bin dann hier ganz
    klassisch, wie man sagt, kleben geblieben.«

    Meistens ist Kersten allein in einer Außenstelle des Kieswerks, bedient
    Radlader und Bagger, überwacht, wie der Kies mit Maschinen aufbereitet
    wird, und belädt die Fahrzeuge der Kunden. Welche Aufgaben an einem Tag
    anstehen, entscheidet er weitgehend selbst. »Für meinen Vorgesetzten ist
    eigentlich nur wichtig, dass der Laden läuft«, sagt Kersten. 

    Die Kiesvorkommen, mit denen Kersten arbeitet, stammen überwiegend aus
    dem Harz. Verwittertes Gestein wurde während der letzten Eiszeit durch
    Flüsse und Schmelzwasser ins Harzvorland getragen und dort abgelagert.
    Das Material reiche von feinem Sand bis zu Steinen von der Größe eines
    Basketballs, erzählt Kersten. Im Kieswerk wird es gewaschen, gesiebt und
    teilweise gebrochen. So entstehen rund 25 verschiedene Produkte für den
    Straßen-, Garten- und Hausbau.

    Manche Kunden, sagt Kersten, holten lediglich eine Schubkarre Kies ab,
    andere bestellen 20.000 Tonnen. Selbst nach all den Jahren dort könne
    ihn seine Kiesgrube überraschen, erzählt Kersten. Kersten hat in den
    Lagerstätten bereits Hohlräume entdeckt, deren Entstehung er sich nicht
    erklären konnte.

    Auch fasziniert Kersten die Natur in so einer Kiesgrube. Sobald der
    Abbau in einem Abschnitt beendet sei, kehrten Pflanzen und Tiere zügig
    zurück. „Die Natur kommt hinter uns her“, sagt Kersten. Es entstünden
    schnell Teiche und Feuchtgebiete – und der Naturschutzbund beobachte
    dort regelmäßig Schmetterlinge, Vögel und Amphibien.

    Heute hilft ihm seine Erfahrung vor allem dann, wenn eine Maschine
    ausfällt. »Auch mit fast 62 Jahren lasse ich mich nicht so leicht
    unterkriegen. Alles, was sich irgendwie allein lösen lässt, mache ich
    selbst«, sagt er. Er ist sich sicher: »Ich habe hier schon 2.000
    Probleme gelöst. Warum soll ich das 2.001. nicht auch lösen?«

    Im Podcast erzählt Kersten außerdem, wie sich Baumaschinen in den
    vergangenen Jahrzehnten verändert haben, warum Kies trotz
    Baustoffrecycling knapp werden könnte und weshalb ein Stein mit einem
    Loch als Talisman am Rückspiegel seines Hauses hängt.

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  • Frisch an die Arbeit

    Die Deutschen arbeiten genug – oder?

    25/08/2026 | 42 mins.
    Verstehen wir uns noch? Teilen wir dieselben Ansichten? Die ZEIT bringt
    mit Deutschland spricht Menschen mit gegensätzlichen Meinungen zusammen
    – in diesem Jahr am 30. August.

    Grundlage der Gespräche sind acht Fragen zu kontroversen Themen. Eine
    davon lautet: Arbeiten die Deutschen zu wenig? Aus diesem Anlass
    diskutieren Kolja Rudzio aus dem Wirtschaftsressort der ZEIT und Hannah
    Scherkamp aus dem Arbeitsressort in einer Sonderfolge von Frisch an die
    Arbeit.

    Die Frage, ob die Deutschen zu wenig leisten, beschäftigt derzeit viele
    in Deutschland: Politiker, Unternehmenschefs und natürlich auch
    Arbeitnehmer. Tatsächlich ist sie schwierig zu beantworten. Das zeigt
    auch die Diskussion in diesem Podcast.

    Einerseits wurden in Deutschland zuletzt insgesamt mehr Arbeitsstunden
    geleistet als vor zehn Jahren. Andererseits werden in den kommenden
    Jahren Millionen Arbeitskräfte in Rente gehen.

    »An dem Problem gemessen, arbeiten wir wahrscheinlich zu wenig und
    müssen uns Gedanken machen: Wie können wir noch mehr Leute in Arbeit
    bekommen?«, sagt Kolja Rudzio im Podcast. Sonst werde es sehr schwierig,
    weiterhin das zu finanzieren, was wir uns heute alles leisten – für den
    Staat und das Sozialsystem.

    Im Laufe dieser Sonderfolge diskutieren Hannah Scherkamp und Kolja
    Rudzio nicht nur über die Entwicklung der geleisteten Arbeitsstunden,
    sondern auch über Teilzeitquoten, den Ruf der Generation Z, die
    Erwerbsarbeit von Frauen und die Produktivität in Deutschland.

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  • Frisch an die Arbeit

    Was braucht es, einen Konzertflügel zu stimmen, Arvid Michel?

    11/08/2026 | 42 mins.
    »Ich muss das Klavier in einem Bereich hören können, den die meisten gar
    nicht wahrnehmen«, sagt Arvid Michel im Podcast »Frisch an die Arbeit«.
    Nur so könne er die 88 Töne eines Klaviers so aufeinander abstimmen,
    dass sie nicht nur für sich, sondern auch gemeinsam richtig klingen. Bei
    der »Dreigroschenoper« erkenne er zum Beispiel ein bestimmtes Muster,
    sagt Michel. Nach dem Stück seien die Töne immer auf eine spezielle Art
    verstimmt.

    Michel arbeitet als freiberuflicher Klavierstimmer an Theatern sowie für
    Rundfunkorchester und Chöre. Anders als die Instrumente in
    Privathaushalten werden die Konzertflügel teilweise mehrmals im Monat,
    manchmal sogar mehrmals am Tag gestimmt. Bei Proben und Aufführungen
    werden die Saiten stark beansprucht, außerdem werden die Instrumente
    ständig zwischen Bühne, Orchestergraben und Proberäumen bewegt. »Dadurch
    entsteht so viel Verstimmung im Instrument, die dann hörbar ist«, sagt
    Michel.

    Seine Liebe zum Klavier begann in der Kindheit bei seiner Großmutter.
    »Ich habe das Instrument gesehen und war sofort verliebt«, sagt er. Erst
    mit 16 Jahren nahm er Unterricht und wollte Pianist werden. Während des
    Studiums spielte er als Barpianist und verdiente sich einen eigenen,
    nicht mehr ganz neuen Flügel – einen, der ständig gestimmt werden
    musste. Weil er sich das nicht leisten konnte, bat er einen befreundeten
    Klavierbauer, ihm alles beizubringen. Später half er in der Werkstatt
    des Klavierbauers mit und begann eine Ausbildung.

    Einer der besonderen Momente seiner Karriere war für Michel ein Auftrag
    des Berliner Ensemble: Das Theater wollte einen neuen Steinway-Flügel
    anschaffen, der den Ansprüchen des Pianisten Igor Levit genügen sollte.
    Michel durfte nach Hamburg fahren und aus fünf Instrumenten eines
    auswählen. »Er hat gespielt, ich habe gelauscht«, sagt Michel.

    Im Podcast erzählt er außerdem, warum Klimaanlagen Klaviere verstimmen
    und weshalb ihn die Kritik einer Professorin dazu brachte, seine
    Arbeitsweise grundlegend zu verändern.

    »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
    moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
    Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.

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  • Frisch an die Arbeit

    Wie hart ist die Ballettausbildung wirklich, Sarah Weber?

    28/07/2026 | 51 mins.
    Ein typisches Ballettmädchen sei sie nie gewesen, sagt Tänzerin Sarah
    Weber im Podcast »Frisch an die Arbeit«.
    »Als ich drei Jahre alt war, habe ich laut Legende
    mein Ballettröckchen zerrissen, weil es so langweilig war.« Trotzdem
    schickten sie ihre Eltern in die Berliner Tanzakademie an der Deutschen
    Oper in Berlin. »Mit acht oder neun Jahren habe ich dann schon auf der
    großen Bühne bei Nussknacker mitgetanzt«, sagt Weber – und das
    begeisterte sie dann schon.

    Als Teenager, so mit 16, 17 Jahren, habe sie gewusst, dass sie Tänzerin
    werden wolle. »Ich liebe einfach die klassische Musik und den
    athletischen Aspekt.« Für die professionelle Ausbildung ging sie unter
    anderem an eine Ballettschule nach Lettland. Dort sei es deutlich
    strenger zugegangen als in Deutschland. Der Druck, Leistung abzuliefern,
    sei höher gewesen. »Aber am schwierigsten war für mich die
    Sprachbarriere, weil man sich ja mit den anderen Schülern nicht
    anfreunden kann.« Das harte Training habe sie allerdings kaum gestört,
    »ich kann beim Training gut entspannen«, erzählt sie. Und ein gewisser
    Druck sei für Spitzenleistungen auch durchaus nötig.

    Inzwischen ist Sarah Weber Anfang vierzig, seit mehr als zwei
    Jahrzehnten tanzt sie professionell als Gruppentänzerin in mehreren
    Compagnien weltweit, unter anderem am Nationalballett in Kairo während
    der Zeit des Arabischen Frühlings. Sie wohnte damals nicht weit vom
    zentralen Tahrir-Platz entfernt, dort begannen 2011 die Aufstände gegen
    das Regime. »Von meinem Balkon im fünften Stock habe ich Schüsse gehört,
    ich wusste erst gar nicht, dass es welche waren. Die Ballettdirektorin
    rief noch an, dass trotzdem alle zu den Proben kommen sollen, aber
    niemand von uns ist mehr hingegangen.«

    Danach habe sie sich in Deutschland ein neues Engagement suchen müssen.
    »Da gibt es nicht so einen Transfermarkt wie beim Fußball. Wir müssen
    allein trainieren und allein zum Vortanzen gehen und auf einen Job
    hoffen«, sagt sie. Nur die allerwenigsten schaffen es bis an die Spitze
    und werden Solistinnen oder Solisten, »da ist allerdings fast niemand
    aus Deutschland dabei«.

    Alle Tänzerinnen und Tänzer wüssten außerdem von Anfang an, dass man den
    Job nicht bis zur regulären Rente machen könne, der Körper wird vom
    Tanzen einfach zu hart beansprucht. »Auch deshalb bin ich immer
    mehrgleisig gefahren«, sagt Weber. Neben ihrem Job als Tänzerin
    studierte sie Kulturmanagement sowie Deutsch als Fremdsprache und machte
    eine Ausbildung zur Tanzpädagogin. Heute leitet sie eine Ballettschule
    für etwa 100 Kinder und Jugendliche im Berliner Südosten und gibt dort
    auch Kurse. 

    Im Podcast erzählt Sarah Weber, ob sie eine strenge Lehrerin ist und wie
    sich die Anspruchshaltung der Ballettschülerinnen und -schüler verändert
    hat. Und ob der klassische Tanz mal eine radikale Modernisierung
    bräuchte. 

    »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
    moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah Scherkamp und Elise Landschek.
    Das Team erreichen Sie unter frischandiearbeit@zeit.de.

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  • Frisch an die Arbeit

    Warum haben Sie Ihre Karriere für den Campingplatz Ihrer Eltern aufgegeben, Nadine Siemer?

    14/07/2026 | 37 mins.
    »Für einen Campingplatz braucht man eine riesengroße Portion Herz«, sagt
    Nadine Siemer im Podcast »Frisch an die Arbeit«. Jeder Gast bringe seine
    eigene Geschichte mit. Die 48-Jährige betreibt gemeinsam mit ihrem
    Bruder den Campingplatz Knatter Camping in Bantikow in der Prignitz. Er
    liegt rund eine Autostunde nordwestlich von Berlin am Untersee der
    Kyritzer Seenkette.

    Auf 180 Stellplätzen verbringen in der Hauptsaison bis zu 700 Gäste
    gleichzeitig ihren Urlaub. Den Platz übernahmen Siemers Eltern nach der
    Wende von der Gemeinde und bauten ihn von einem einfachen Zeltplatz mit
    Trockentoiletten und kaltem Wasser zu einem modernen Ferienlager aus.

    Zelten war für Nadine Siemer übrigens selbst nie eine Option. »Camping
    ist keine Urlaubsform, für die ich mich persönlich begeistern kann«,
    sagt sie. Nach einem Studium im Bereich Medien und Kommunikation
    arbeitete sie im Umweltmanagement, in der Pressearbeit, in einer
    Unternehmensberatung und im öffentlichen Dienst.

    Trotzdem entschied sie sich während der Coronapandemie, den elterlichen
    Betrieb zu übernehmen. »Es war überhaupt keine finanzielle Entscheidung,
    sondern eine aus dem Bauch heraus«, sagt sie. Nachdem sie über Jahre als
    Angestellte gearbeitet hatte, wollte sie nun selbstständig sein.

    Heute kümmert sich Siemers um Buchungen, Personalplanung und
    Investitionen in den Campingplatz. Viele Abläufe hat sie in den
    vergangenen Jahren digitalisiert. Sie betrachtet den Campingplatz wie
    ein Unternehmen, das man ständig weiterentwickeln muss.

    Schwierig wird es, wenn es im Sommer länger regnet: »Schlechtes Wetter
    ist vor allem dann kaum auszuhalten, wenn die Urlauber schon da sind und
    zu mir sagen: ›Eigentlich wollten wir am Wasser stehen. Jetzt stehen wir
    im Wasser.‹«

    Im Podcast erzählt Nadine Siemer außerdem, warum sie auch nach
    Feierabend oft an den Campingplatz denkt und wie man 700 Gästen am Tag
    einen schönen Urlaub ermöglicht.

    »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag veröffentlicht. Es
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About Frisch an die Arbeit
Alle 14 Tage stellen Hannah Scherkamp, Elise Landschek und Daniel Erk spannenden Persönlichkeiten aus Kultur, Politik, Gesellschaft und Wirtschaft Fragen über ihr persönliches Verhältnis zu ihrer Arbeit. Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT: www.zeit.de/podcast-abo
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